Samstag, 12. Januar 2013

Auf den Spuren von Kohle, Koks und Kumpel: Zeche Zollverein in Essen

Ich gebe es zu, die Aussicht darauf, ein Industriedenkmal anzuschauen, hat mich erstmal nicht in emotionale Euphorie versetzt. Zwischen Metall- und Betonskeletten entlangzulaufen und beeindruckt zu sein, ist vielleicht nicht meine Natur. Dachte ich! Doch es gab tatsächlich einen Ort, der mich eines besseren belehrt hat: die Zeche Zollverein in Essen.

Vielleicht erinnert ihr euch, im Jahre 2010 war Essen bzw. das Ruhrgebiet „Europäische Kulturhauptstadt“ (RUHR 2010). In diesem Rahmen wurde auch das 2001 zum UNESCO Welterbe erhobene Industriedenkmal stark beworben.

Da sich mein bereits häufiger erwähnter Zeltmitbewohner auch für Technik begeistern kann, machten wir uns also auf den Weg nach Essen. Und ich muss uneingeschränkt zugeben, es ist schon wahnsinnig beeindruckend, das Gelände zu betreten. Bilder des Förderturms (Schacht XII) sind allgemein bekannt, doch darunter zu stehen, ist nochmal ein ganz neues Gefühl.

Ein bekanntes Bild begrüßt den Besucher: Schacht XII

Spaziergang um das riesige Gelände

Auch bei Nacht einen Besuch wert: Schacht XII

Leider hatten wir keine Gelegenheit uns einer der zahlreichen Führungen auf dem Gelände anzuschließen, da diese – zumindest zu damaliger Zeit – deutlich im Voraus zu buchen waren. Ist aber nicht schlimm, denn man erhält einen kleinen, elektronischen Reiseführer, mit dem man den Rundgang auf dem riesigen Gelände auch selbst bewältigen kann. Der funkgerät-ähnliche Gerät ermittelt anhand eines GPS Signals den eigenen Standort und zeigt jeweils an, an welchem historischen Ort/Gebäude man sich gerade befindet und liefert entsprechend Hintergrundinformationen.

Am besten ihr schaut euch die Seite des Zollvereins an und informiert euch über die vielfältigen Veranstaltungen, Führungen und Ausstellungen.

www.zollverein.de 

Mangels einer verfügbaren Führung zu Fuß, entschlossen wir uns schließlich zu einer Radrundfahrt. Diese hat mich wirklich nachhaltig begeistert. Die Fahrradfahrt führte nicht nur über das Gelände selbst, sondern auch noch zu einer weiteren Zeche. Geführt wurde die Fahrt von einem alten Kumpel. Der hatte natürlich einige Geschichten zu erzählen und kramte mit Herzblut auch die letzte Erinnerung hervor. Das sind Führungen ganz nach meinem Geschmack. Denn wenn Menschen von ihrem ganz eigenen Alltag erzählen, wie sie mit Mensch und Tier unter Tage geschuftet haben, da bleibt einem wirklich der Atem weg. Der Mann hatte von bedingungslosem Zusammenhalt zwischen den Kumpel zu berichten, aber auch von den gesundheitlichen Problemen, die die Menschen damals durch die harte Arbeit quälten. Diese Fahrradtour hat mich wirklich sehr beeindruckt zurückgelassen. Und vor allem war sie ein ganz besonderer Weg, den auf den ersten Blick kühlen Metallskeletten Leben einzuhauchen.

Zeche Zollverein mit dem Fahrrad erkunden. Testurteil: unbedingt empfehlenswert!

Selbstverständlich kann man nach solch aufregenden Erfahrungen nicht einfach in ein anonymes Hotel zurückkehren. Nein, angebracht ist natürlich eine Privatunterkunft, im alten Haus eines Kumpel.

Auf der Seite der Zollverein-Touristik könnt ihr euch über Privatunterkünfte informieren. Wir haben uns für die  Ferienwohnung „Glück auf“ entschieden, die wirklich sehr schön und großräumig war. Die Vermieter waren sehr nett und eine alteingesessene Familie. Auch bei solchen Gelegenheiten erfährt man auf Nachfrage immer neue, spannende Geschichten. Die Wohnung selbst wurde früher von einem Kumpel bewohnt. Stille Zeitzeugen zieren auch noch die Wände. Die Wohnung ist – wie für Kumpelfamilien damals üblich – in Laufnähe zum Gelände. Den Link zu Wohnung findet ihr hier:

http://www.zollverein-touristik.de/w_schoen.php

Gemütliche Herberge in der Ferienwohnung "Glück auf"

Stille Zeitzeugen

Kleiner Tipp: bringt euch am besten etwas zum Frühstücken mit. Zwar gibt es in Laufnähe einen Bäcker, der auch Frühstück anbietet, doch so besonders schön war dieser leider nicht. Dann doch lieber gemütlich in der Wohnung den Morgen genießen.




Übrigens ist die Zeche Zollverein ein Paradies für alle Fotobegeisterten. Daher für alle, die jetzt noch Lust haben, gibt es hier noch ein bißchen Anschauungsmaterial. Ganz einfach, weil ich mich für den Artikel kaum entscheiden konnte!

Zeche Zollverein (Impressionen)

Zeche Zollverein (Impressionen)

Zeche Zollverein (Impressionen)

Zeche Zollverein (Impressionen)

Zeche Zollverein (Impressionen)

Zeche Zollverein (Impressionen)

Zeche Zollverein (Impressionen)

Kommentare:

  1. Interessante Bilder aus dem Ruhrpott! Ich mag Industriegebäude. Wie man bei den Bildern sieht geben sie auch interessante Fotoobjekte ab. ;-)

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