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Samstag, 15. Juni 2013

Wo ihr auf Sizilien wunderbar Schäfchen zählt

„Ihr fahrt einfach bei der Ausfahrt Castelvetrano raus und dann treffen wir uns rechts bei der Agip-Tankstelle!“ So ungefähr lauten die Anweisungen, wenn man Privatunterkünfte über Plattformen wie Airbnb bucht. Dumm ist es nur, wenn man sich nun gar nicht auskennt in der Region und nicht weiß, dass der Ort gleich drei Ausfahrten hat und man selbst an der ersten Ausfahrt steht, während sich der Vermieter die Beine an der letzten Ausfahrt in den Bauch steht.

1. Castelvetrano - Cottage


Nach kurzer Irritation im Sinne von „ich-bin-da-wo-bist-Du“ und „ich-bin-auch-da-du-aber-nicht“, kamen wir dann doch an unserer Herberge für die kommende Woche an.

Auf den ersten Blick waren wir hingerissen. Es ist ja so eine Sache mit Ferienhäusern in der Pampa. Das kann eine „ich-muss-Angst-haben“-Pampa sein oder eine „oh-mein-Gott-wie-romantisch“-Pampa. Wie einige von euch wissen reden wir von unserer Flitterwoche, so dass wir natürlich hocherfreut über die zweitgenannte Situation waren.

Jetzt aber mal ein paar Fakten. Das Ferienhäuschen steht auf dem Weg zwischen Castelvetrano und dem Meer, also oberhalb von Selinunte. Wer den letzten Artikel aufmerksam gelesen hat, erinnert sich daran, dass in Selinunte einige Tempelanlagen zu besichtigen sind. Diese sieht man sogar in der Ferne von der Terrasse des Cottages (wie es in der offiziellen Beschreibung heißt).

https://www.airbnb.de/rooms/1077681

Traumblick vom Ferienhaus auf die Tempel von Selinunte

Die Ausstattung der Wohnung würde ich als sizilianisch beschreiben. Alles ist einfach, aber perfekt ausgestattet. Wir haben in der einen Woche nichts vermisst, außer vielleicht einen Liegestuhl.
Das Haus hat zwei Ebenen, wobei die obere Ebene offen ist. Im Erdgeschoss befinden sich zwei Schlafzimmer, auf der oberen Ebene nochmal zwei Betten. Theoretisch kommt man also problemlos mit 6 Personen unter. Die Küche ist komplett ausgestattet und auch das Wohn- und Esszimmer ist riesig. Überall begegnen einem die für Sizilien typischen bunten Keramik-Fließen.

Wer entdeckt den Geist im Bild?

Überall typisch sizilianische Keramik-Fließen

Mein persönliches Highlight war allerdings die unglaublich große Terrasse. Ein Teil ist überdacht vor dem Eingang des Hauses und spendet gerade den im Sommer nötigen Schatten. Der übrige Teil liegt vor dem Haus mit Traumblick auf das Meer und Selinunte in der Ferne. Wir haben hier Stunde um Stunde verbracht. Die Terrasse ist zudem uneinsehbar und alles ist sehr ruhig. Ob Frühstück, Nickerchen oder der abendliche Wein, eine frische Brise machte es immer mehr als angenehm.
Wer also Ruhe und Abgeschiedenheit sucht, ist hier absolut richtig und ich kann das Häuschen nur empfehlen.

Meine absolute all-time-favorite Terrasse!

Mal romantisch am Tisch, meistens aber eher improvisiert...

Wer allerdings auf Sightseeing aus ist, sollte es sich wegen der Lage überlegen. Man fährt von hier bis zur Ostküste der Insel ca. 4 Stunden. Ein Tagesausflug nach Taormina ist da kaum drin. Da das Haus so günstig war, haben wir einfach einen kleinen Roadtrip eingelegt und uns woanders spontan etwas gesucht. Die perfekte Mischung aus meiner Sicht!

2. San Leone -Villa Cetta


San Leone ist ein Vorort von Agrigento. Da wir uns am kommenden Tag das Valle dei Templi in Agrigento ansehen wollten, beschlossen wir also uns spontan eine Unterkunft im am Meer gelegenen Vorort zu suchen. Dank unseres wirklich genialen Reisehandbuches, konnten wir aus einer Reihe von Unterkünften aussuchen. Da Bed & Breakfasts total mein Ding sind, richteten wir uns also nach einem „Lesertipp“ und klingelten kurzerhand beim B&B Villa Cetta.


Der Gastgeber war sichtlich überrascht, so spontan Gäste vor seiner Haustür stehen zu sehen, ließ uns aber schließlich mit seiner italienischen Herzlichkeit ein und begann in perfektem englisch zu plaudern. Plötzlich verschwand er und wir sahen uns schon mal ein wenig um.

bunt, alternativ und kreativ

Die Unterkunft hat insgesamt zwei Zimmer, in denen jeweils 4 Betten stehen. Jedes Zimmer hat ein eigenes Bad. Vorgelagert ist den beiden Zimmern gemeinsam ein großes Wohnzimmer oder eher eine Art Wintergarten mit großem Tisch, Sofas und Unmengen von Büchern. Die ganze Einrichtung ist bunt aber geschmackvoll zusammengewürfelt. Außerdem befand sich das Haus nur 50 Meter vom tosenden Meer entfernt, was mein Herz gleich höher schlagen ließ.

Beide Zimmer führen in den gemeinsamen Aufenthaltsraum

Für gemütliche Abende

Leider hatten wir keine Gelegenheit in diesem Bett auch tatsächlich zu schlafen

Leider kam unser vermeintlicher Gastgeber mit der Information zurück, dass nicht nur das andere Zimmer, sondern tatsächlich beide Zimmer schon für die Nacht reserviert wären. Da standen wir etwas betröppelt. Doch der Sizilianer wäre nicht Sizilianer, wenn er nicht sofort einen Lösungsvorschlag hätte.

So rief er gleich seine Freunde an, die gerade ganz neu auch ein B&B aufgemacht hatten.

3. San Leone - B&B Sanleone


Das ist ja immer so eine Sache, wenn man plötzlich so verpflichtet wird, woanders zu schlafen, als man es sich selbst herausgesucht hat. Die Freunde waren allerdings schon auf dem Weg, um uns abzuholen, es gab also keine Zeit groß zu überlegen, ob es uns da gefällt, wo es überhaupt liegt und was in aller Welt uns der spontane Spaß überhaupt kostet?!

Egal, wir düsen den beiden quer durch den Ort hinterher und lassen uns überraschen. Positiv überraschen. Denn die beiden haben ein wirklich wunderschönes, gemütliches Zimmer hergerichtet. Und wir scheinen in etwas die 5. Gäste zu sein. Zu finden ist die Unterkunft ganz einfach unter dem Namen B&B Sanleone.


Die beiden Gastgeber sind wirklich rührend bemüht. Sie sprechen eher gebrochen englisch, aber mit Händen und Füßen, sowie ganz viel Lachen, verstehen wir uns blendend. Sie bieten uns an, dass wir auch nachts anrufen können, sollte etwas sein. Man merkt, dass sie unbedingt alles richtig machen möchten. Wir sind hin und weg von den beiden und fühlen uns mehr als wohl.

Eines der bequemsten Betten jemals außerhalb meines eigenen!

Alles neu und mit ganz viel Liebe hergerichtet

Das B&B ist ebenfalls nicht weit vom Strand entfernt und damit auch ganz in der Nähe unzähliger Lokale. Zum abendlichen Ausgehen perfekt. Das Frühstück gibt es auf der kleinen Terrasse der Gastgeber im ersten Stock. Und wiederum sind die beiden so unglaublich bemüht, dass ich mich schon langsam ein bißchen schlecht fühle. Doch da steht ein Guten-Morgen-Gruß auf deutsch auf dem Tisch. Daneben unzählige Säfte, Marmeladen, frischer Kaffee und Obst. Und alles wunderschön arrangiert.

Das Frühstück wäre noch sehr viel mehr Bilder wert gewesen...aber ich war mit genießen beschäftigt!

Das Zimmer selbst ist komplett neu und schön eingerichtet. Es gibt ein Doppelbett, ein eigenes Bad sowie eine kleine Terrasse. Ein ganz großes Plus war das kostenlose W-LAN, welches wir begeistert in Anspruch genommen haben!

Zum Ende unseres Besuchs nehmen uns die beiden auch noch auf ihre Dachterrasse mit, von der man einen beeindruckenden Blick auf das Meer sowie das höhergelegene Valle dei Templi hat.

Blick von der Dachterrasse

Solltet ihr also mal bei Agrigento sein, so ist das B&B in San Leone wirklich ein absoluter Geheimtipp!

4. Siracusa - B&B L'Approdo delle Sirene


Den letzten Tipp schiebe ich mal einfach hinterher. Diesen hatten wir ebenfalls aus unserem Reisehandbuch. Leider war diese B&B ebenfalls nicht spontan frei. Doch die Lage auf der vorgelagerten Insel Ortigia war wirklich wunderschön. Und auch die ersten kurzen Eindrücke des Hauses - oder des Eckpalazzo wie es uns angepriesen wird - und der Gastgeberin waren toll, daher soll die Unterkunft auch hier einen kurzen Platz finden, wenn auch ohne eigene Fotos...


Stell euch einfach vom Haus aus einen wunderschönen Hafen bei Sonnenuntergang vor. Ungfähr so:

Blick auf dem Hafen von Siracusa, das B&B befindet sich in meinem Rücken


Übrigens findet ihr diese, so wie einige weitere tolle Unterkünfte auch auf den bettentdecker Pinterest-Boards.

Und weil es immer ein Google-Mäppchen gibt, auch diesmal eine Übersicht mit allen vier Unterkünften. Die Linien dazwischen könnt ihr euch wegdenken!



Mittwoch, 5. Juni 2013

Roadtrip Sizilien

Habt ihr schon mal auf dem Felsen der Fruchtbarkeit gesessen? Nein? Dann nichts wie los. Denn nicht nur, dass man (naja, zumindest ich) lernt, dass in der griechischen Mythologie Demeter die Göttin der Fruchtbarkeit war. Zusätzlich habt ihr von ihrem ehemaligen Tempel auch noch eine fast unwirklich wirkende Sicht auf das Hinterland Siziliens.

Der Felsen der Fruchtbarkeit war ehemals der Tempel der Göttin Demeter

Aber jetzt noch mal von vorne! Wer auf Sizilien einen Strandurlaub verbringt, hat entweder schon alles auf der Insel gesehen oder er verpasst etwas. Obwohl wir einen ruhigen Urlaub im Nichts geplant hatten, war es unmöglich das durchzuziehen. Auf einer Insel, bei der gefühlt jede zweite Stadt UNESCO Weltkulturerbe ist, müssen einen die Hummeln im Hintern einfach raustreiben. Gesagt, getan, der kleine Fiat wurde gesattelt und los ging es ins Hinterland sowie die Ostküste.

Ein größeres Auto? Unnötig!

Das Hinterland ist weit weniger touristisch, als es die Ostküste mit seinen ganzen Berühmtheiten es ist. Wir entschieden uns also für einen Besuch in Enna. Die Fahrt dorthin führte auch dazu, mit sämtlichen Fahrtambitionen auf Sizilien abzuschließen. Das hatte ich bereits hier erzählt.

Enna ist eine kleine verwinkelte Stadt am Berg mit Traumblick ins Hinterland. Ich träumte von idyllischen Gässchen im Italien-Style. Was mich erwartete, war ein einziges Verkehrschaos, Gehupe und Motorenlärm…eben in diesen kleinen, verwinkelten und hallenden Gässchen. Wer Ruhe sucht, ist hier falsch. Trotzdem ist dem Städtchen ein gewisser Charme nicht abzusprechen. Leider waren wir zur Zeit der Siesta dort, die auf Sizilien sehr streng genommen wird. Zwischen 13Uhr und 16Uhr ist so gut wie kein Geschäft offen. Stattdessen saßen offensichtlich alle gerade in ihren Autos und hupten.

Blick auf Enna vom Tempel der Demeter

Ennas Nachbarstädtchen

Entschädigt hat aber der Traumblick! Wer auf dem Felsen der Fruchtbarkeit steht, fühlt sich als Held der Welt. Fast schon kitschig mutet der Ausblick an. Und obwohl der Tag sehr trüb war, schaffte es die Sonne genau in diesem Moment zu uns durchzudringen. Ob uns die Göttin Demeter wohlgesonnen war? Fakt ist, beim Wegfahren verabschiedete sich die Sonne wieder! Sagt was ihr wollt, ich glaube es war Schicksal!

Später führte uns der Weg weiter nach Taormina. Bekannt als eine DER Touristenhochburgen Siziliens. Zugegebenermaßen wollte ich genau aus diesem Grund erst gar nicht hinfahren. Doch nur aus Prinzip deshalb auf Weltkulturerben zu verzichten macht ja auch keinen Sinn!

Der Weg nach Taormina führt durch Tunnel. Enge Tunnel. Auch mit einem Mini-Fiat. Da wundert man sich, dass noch keiner der vielen Touristenbusse stecken geblieben ist! Egal. Entgegen meiner Vermutung, dass sich Mietauto an Mietauto, Bus an Bus reihen, waren wir allein auf der Straße und steuerten das nächstgelegene Parkhaus zur Innenstadt an. Hier war so wenig los, dass die Hälfte der Ebenen sogar gesperrt waren.

Taormina ist – wie so viele Städtchen auf Sizilien – am Hang gelegen. Daher merke: wenn Du in einem Parkhaus am Berg parkst und raus in die Stadt möchtest, dann fahre ins oberste Stockwerk und nicht blind ins unterste. Denn dann stehst Du mitten auf der Hauptstraße und wunderst Dich wo die Stadt ist. Und ja, das ist ein Geständnis!

Ansonsten hat Taormina trotz Massentourismus – der sich aber im Mai noch einigermaßen in Grenzen hält – absolut seinen Charme behalten. Und geht man einfach mal in eine Seitenstraße zur Haupt-Touristenmeile, dem Corso Umberto I, dann wähnt man sich so gleich ganz allein.

Ständige Mega-Aussichten - das viele blau ist übrigens auch der Himmel ohne Wolken!
Eine Straße nach links und schon ist alles touristenfrei
Trotz Massentourismus hat sich Taormina seinen Charme durchaus bewahrt


Das Hauptziel der meisten Besucher ist das Teatro Greco. Selbstverständlich Weltkulturerbe und unsagbar schön. Das Theater ist auch das beste Beispiel dafür, dass sich die Griechen Mühe gaben, einen romantischen Platz mit Traumaussicht für ihre Künste zu finden. Gleichzeitig auch das beste Beispiel dafür, dass die Römer das nicht zu schätzen wussten und alles zumauerten, um ihre Gladiatorenkämpfe abzuhalten.

Hier kann man ausnahmesweise von Glück sprechen, dass einige Mauern verfallen sind. Denn sonst wäre einem der fantastische Blick von den Rängen aufs Meer und den Ätna verwehrt.

180 Grad Teatro Greco - im Nebel übrigens der Ätna

Es gibt Orte, da möchte man einfach nicht mehr weg: danke liebe Griechen!
Teatro Greco
Weiter führte uns der Roadtrip an der Ostküste entlang Richtung Süden. Genaugenommen in Richtung Siracusa.

Siracusa, oder Syrakus wie es zu Zeiten der Antike hieß, ist das beste Beispiel für die faszinierende Geschichte Siziliens, die mich in ihren Bann gezogen hat! Wir Mitteleuropäer sind ja schon stolz auf unsere mittelalterlichen Geschichten. Da können Sizilianer nur müde lächeln. Denn die Insel stand vor allem zwischen 500 und 100 v. Chr. im Mittelpunkt des Weltgeschehens.

In der Antike gehörte die Stadt zu eine der reichsten Metropolen des Mittelmeers. Aus diesem Grund natürlich auch von diversen Tyrannen schwer umkämpft. Denn Syrakus (wie es damals hieß) entspringt der kleinen Insel Ortigia, die der Stadt vorgelagert ist und über einen Damm schon damals mit dem Festland verbunden war. Mit seinen beiden Häfen war die Stadt natürlich attraktiv und hart umkämpft. Syrakus kam zu Wohlstand und selbst Athen wurde die Stadt irgendwann zu mächtig. Zu dieser Zeit lebten schätzungsweise rund 1.000.000 Menschen in der Stadt. Ihr könnt erahnen, was das für damalige Zeiten bedeutete.

Fahrt ihr in die Stadt hinein, erwartet euch wiederum Verkehrschaos. Für die Sizilianer mag es ja eine gewisse Ordnung haben, mir hat sich diese allerdings nicht erschlossen. Lauft ihr über die Insel Ortigia werden ihr für alles entschädigt. Uns erwartete ein Traumblick auf den kleinen Hafen bei Sonnenuntergang. Enge Gässchen mit unzähligen kleinen Cafés und Restaurants und Häuserfronten, die eher an eine Filmkulisse erinnerten.

Die leeren Straßen von Siracusa bei Nacht
 Bewegt ihr euch durch Siracusa, wandelt ihr auf gleichem Stein wie einst Archimedes, berühmter Sohn der Stadt. Als Mathematiker und Erfinder griff er aktiv in die Verteidigung seiner Stadt ein. So entwickelte er beispielsweise große Sonnenspiegel, die die römische Flotte in Brand setzen sollte. Allerdings erfolglos.

Besonders empfehlen kann ich euch einen Rundgang bei Dunkelheit. Die Gassen abseits des Tourismus sind total faszinierend und verlassen. Alles ist etwas einsam, aber trotzdem ergab sich für mich eine Wohlfühl-Atmosphäre. Auf einigen größeren Plätzen hingegen – z.B. am Dom – treffen sich Einheimische und Touristen, trinken und lauschen der Live-Musik. Es war schon fast zu schön, um wahr zu sein.

Einfach bezaubernd
Und das rauschende Meer immer dabei!

Zugegebenermaßen fiel es mir sehr schwer, Siracusa zu verlassen. Doch die fantastischen Beschreibungen unseres Reisehandbuchs trieben uns zum nächsten Weltkulturerbe, nämlich zur „schönsten Barockstadt Siziliens“, Noto. Auch hier traf man wieder auf Ausblicke die schon fast unwirklich schienen.

Doch manchmal sollte man einfach auf sein Gefühl hören. Besser wären noch ein paar Stunden in Siracusa gewesen. Manchmal ist man einfach schon so vollgepackt mit sich gegenseitig übertreffenden Eindrücken, dass für zusätzliche Eindrücke emotional einfach kein Platz mehr ist. Sorry, Noto, es hing wirklich nicht Dir…es war mein Problem!

Italien wie aus dem Bilderbuch
Was ihr aber auf gar keinen Fall verpassen solltet, ist ein Besuch des Valle dei Templi und/oder Selinunte. Denn diese unglaublichen Tempel nicht zu sehen, wäre tatsächlich ein Verlust. Man bekommt ein wunderbares Gefühl dafür, wie hochentwickelt die Gesellschaften bereits waren. Ob Straßensysteme oder künstlerische Tempelgestaltung, jeder Schritt war klar durchdacht. Wusstet ihr zum Beispiel, dass viele der Tempel damals bunt verziert waren?

Was ich besonders schön fand, dass es bei den Tempelanlagen keine Berührungsängste geben muss. Alles ist zum Anfassen und natürlich auch für Kinder toll zum Entdecken. Man kann natürlich darüber diskutieren, ob man dadurch den Erhalt gefährdet. 

Übrigens noch ein kleiner Geheimtipp! Im Sommer kann man das Valle dei Templi angeblich sogar bis zum Sonnenuntergang besuchen. Ein kleines Picknick bei Sonnenuntergang ist sicherlich wunderschön.

Valle dei Templi
Kultur zum Anfassen
Selinunte - klein, aber feine Aussichten
Seine Hoch-Zeit hatte Selinunte im 5. und 4. Jahrhunder v. Chr.
Und im Mai gibt es das Ganze noch (fast) ohne Touristen
Nicht so schön war bei diesem ganzen Roadtrip war die Beschilderung. Sowohl auf der Straße als auch bei den Sehenswürdigkeiten halten sich die Italiener stark zurück. Leider gehen gerade an den ganzen Highlights viele Informationen verloren. Die Insel ist klar auf geleitete Reisegruppen ausgerichtet, weniger auf Individualreisende. Da kann ich nur einen guten Reiseführer empfehlen.*

Ich hoffe, ich konnte auf diesmal etwas längeren Zeilen meine Begeisterung rüberbringen und euch ein bißchen anstecken.

Zur Belohnung jetzt noch einen ganz heißen oder eher kalten Tipp:
Probiert UNBEDINGT Eiscreme im Brioche! Ich meine Eiscreme alleine und Brioche alleine sind ja wohl schon sensationell…für die Kombination könnte ich sterben!!!

Und ja, ich gebe zu, in die Annalen der Food-Photography werde ich mit dem Bild nicht eingehen...ABER: Hauptsache es schmeckt!

Schmeckt himmlisch, ehrlich


Und hier noch unsere Roadtrip-Tour.



* Als Reiseführer kann ich euch das Reisehandbuch aus dem Michael Müller Verlag ans Herz legen. Sämtliche gelernten Weisheiten stammen aus dem Buch. Außerdem gibt es super Empfehlungen für Unterkünfte, egal ob Luxus-Hotel, Pension, B&B oder Campingplatz. Bestellt habe ich übrigens über Buch7.