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Freitag, 20. Juni 2014

Übernachtungstipp für Brügge: Hotel Ter Duinen

Noch 800 Meter bis zum Ziel. Nach meist langer Fahrt steigt die Spannung vor der nächsten Straßenecke. Wie sieht die Unterkunft aus? Wie sieht die Umgebung aus? Es ist diese Sache mit dem ersten Eindruck. Wird man sich für die kommenden Tage hier wirklich wohl fühlen?

Diesmal war es anders. Denn zumindest von außen kannte ich unser Hotel in Brügge schon. Es war mein 5. Besuch in dieser Stadt. Einer Stadt, die es mir irgendwie angetan hatte. Der Unterschied zu den bisherigen Besuchen: diesmal saß auf der Rückbank ein kleiner Passagier im Maxi Cosi. Und ich sag mal, die Laune war nach über 5 Stunden Fahrt (mit Pausen natürlich) nicht mehr auf dem Höhepunkt.

Vor der Unterkunft unserer Wahl - dem Hotel Ter Duinen - angekommen, war ich schon mal für eine Sache dankbar: den Parkplatz. Wer Brügge kennt weiß, im Innenstadtring zu parken ist nur für einige Stunden möglich. Doch mehrere Tage sein Auto unterzubringen, treibt einen zu Fuß mitunter einige Zeit in den Außenbezirk. Das Hotel Ter Duinen bietet aber einen Garagenparkplatz nur wenige Meter vom Hotel entfernt gegen einen Kostenaufschlag an.

Hotel Ter Duinen direkt am Kanal

Überhaupt ein Hotel über Pfingsten zu bekommen, war schon sehr schwierig. An verlängerten Wochenenden ist Brügge wirklich voll und wer sich 3-4 Wochen vorher entscheidet, ist eigentlich zu spät dran. Wenn in einer Unterkunft dann noch mehrere Zimmer frei sind, bin ich ja gleich etwas kritisch. Doch die Hotelseite sah schon so einladend aus, und die Lage kannte ich, so dass ich zuschlug. Und wir wurden wirklich in keiner Weise enttäuscht!

Wir nahmen das Erdgeschoss-Zimmer, vor dem Hintergrund, dass wir mit Kinderwagen hantieren mussten. Es gibt ein Zimmer zur Straße, bei dem man natürlich eher den Verkehrslärm hat...wobei man in Brügge da durchaus mit leben kann. Wir hatten ein Zimmer zum Hintergang. Das war durch die Gangseite verhältnismäßig dunkel, dafür aber ruhig. Davon abgesehen ist man eh den ganzen Tag unterwegs.

Die Zimmer sind wirklich unglaublich geschmackvoll in Naturtönen eingerichtet. Der erste Blick ist schon wundervoll. Außerdem sind die Zimmer groß, genauso wie das Doppelbett, in dem unsere mini-bettentdeckerin locker mit schlafen konnte.

Das Bett ist so gemütlich, wie es aussieht!
Leseecke

Das Badezimmer ist sehr modern und sah wahnsinnig neu aus. Außerdem befand sich darin die größte Dusche, in der ich je stand...inkl. Regen-Duschkopf. Es grenzte schon fast an Wellness!

Bei der Dusche geht es nochmal um die Ecke ;-)

Aber auch der Rest des inhabergeführten Hotels ist grandios. Der Frühstücksraum ist sehr gemütlich. Man wird von der unglaublich aufmerksamen Inhaberin bedient, es gibt frischgepressten Orangensaft sowie Baguette und Croissants direkt an den Tisch. Für ein kurzes Schwätzchen ist auch immer Zeit. Das Buffet ist voller Liebe angerichtet, mit viel frischem Obst und leckerem Käse und Wurst. Insgesamt wirklich nicht vergleichbar mit einem Standard-Hotelfrühstück.

Frühstücksraum

Kleines, aber sehr feines Buffet

Ein Highlight ist zudem der Wintergarten. Hier kann man sich auch abends mal zu Lesen hinsetzen, sollte man mal nicht auf Tour durch Brügge sein.

Der Wintergarten

Insgesamt kann ich euch das Hotel wirklich nur ans Herz legen. Die Besitzer sind unglaublich liebenswürdig und sprechen (für mich immer wieder beeindruckend) sehr gut englisch, französisch und auch deutsch. Der Inhaber des Hotels befindet sich zumeist an der Rezeption und steht auch immer mit Tipps oder für einen kleinen Plausch zur Verfügung.

Die Lage des Hotels ist auch wunderbar. Ihr befindet euch direkt an einem Kanal und zum Belfried, also dem Innenstadtkern sind es zu Fuß 10-15 Minuten durch die Gässchen Brügges. Natürlich gibt es auch Hotels, die noch näher im Kern der Stadt sind, jedoch ist es dort aufgrund der Touristenströme deutlich lauter.

Durch die Babybrille geschaut:

Das Besitzer-Ehepaar ist wahnsinnig kinderfreundlich. Wir hatten zu keiner Zeit das Gefühl, dass befürchtet wurde, das Babygeschrei (was es bei uns erfreulicherweise auch nur selten gibt) könnte stören. Im Gegenteil: im Frühstücksraum war die Inhaberin immer sofort bemüht, uns den großzügigsten Platz zu geben, so dass wir uns problemlos mit der Kleinen ausbreiten können. 

Unser Zimmer war wirklich perfekt kinderwagentauglich. Es war genügend Platz, um ihn abzustellen. Und da wir im Erdgeschoss wohnten, mussten wir lediglich eine kleine Stufe zu unserem Zimmer überwinden. Mein Tipp, sichert euch Zimmer 32, wenn es euch nicht stört, dass ihr in den Hintergang schaut.

Einziger Wehrmutstropfen war, dass es kein Kinderbett gab. Weder kostenlos, noch um es dazu zu buchen. Platz genug wäre auf jeden Fall. Unsere junge Dame schlief schließlich in unserer Mitte, was aufgrund der breiten Betten aber auch problemlos war.

Montag, 15. Juli 2013

Nina goes Paradise

Die Sonne glitzert im Wasser wie ein Sternenhaufen, das weiße Segel flattert vor tiefblauem Himmel und meine Haare wehen in alle Richtungen um meinen Kopf. Ich bin angekommen. In meinem Traum.

Keine Fotoverwechslung: das ist der Balaton

Dass ich mich an einem beliebigen Wochenende im Juni auf einem Segelschiff mitten auf dem Balaton räkeln würde, hätte ich noch wenige Wochen zuvor nicht geahnt. Aber geträumt habe ich davon. Und zwar schon sehr, sehr lange. Ein See, ein Boot und ich. Und endlich war es soweit.

Ich kann es nicht leugnen, ich wusste nichts, aber auch gar nichts über den Balaton. Ich wusste nicht, dass er sich über eine gigantische Länge von 77 km zieht. Ich wusste nicht, dass er umgeben ist, von einem riesigen Weinbaugebiet. Und vor allem wusste ich nicht, dass er aussehen kann wie das karibische Meer.

Ganz viel Flieder, ganz viele Schmetterlinge und noch mehr Lavendel mit Schmitterlingen
Ich liebe diesen Blick einfach
Weinproben und fantastisches Essen bei Traumaussicht: Szenat Donát (www.szentdonat.hu)

Doch eines wurde mir von mehreren Seiten mit auf den Weg gegeben. Dass es am Balaton so sei wie am Ballermann. Meine Antwort darauf: NEIN! In der Tat scheint es auf der Südseite des Sees einige vergleichbare Orte zu geben. Ich befand mich aber auf der Nordseite und dort herrschte friedliche Ruhe. Ferienhäuschen reihte sich an Ferienhäuschen, nichts konnte die romantische Stimmung trüben.

Nichts, bis auf eine Ausnahme wie diese:

Hier kann man schlafen und sitzen...aber das Wohlfühlen kam etwas zu kurz

Ich wollte es erst unerwähnt lassen, doch ich komme nicht umhin es zu sagen: für jemanden, der permanent auf der Suche nach Unterkünften mit Charme ist, ist das ein persönlicher Tiefschlag. Ja, jetzt ist es raus! Top gelegen verfügt das Hotel über keine Klimaanlage, was bei Kuscheltemperaturen von 36 Grad und Nachmittagssonne im Zimmer der Schlafidylle nicht zuträglich ist. Wenn sich zudem noch eine Plastikknisterfolie unter einem befindet weiß man: hier bin ich falsch! Ja, ich gebe zu, es war sauber und das Personal sehr freundlich. Aber das Leben besteht auch aus mehr als aus Wasser und Brot. Ich nehme an, ich kann es dabei belassen, denn wer ein Bild von außen sieht, weiß schon, ob es für schlappe 148 Euro pro Doppelzimmer in Frage kommt oder nicht. Lasst euch gesagt sein, dieses Hotel war eine große Ausnahme auf der Nordseite des Balaton und auch nur eine Not-Ausweich-Unterkunft. Einer wunderschönen Unterkunft am Balaton widme ich demnächst einen eigenen Post, so wie es sich gehört!

Entsprechend desillusioniert und ultrahocherhitzt, fieberte ich also meinem Traum entgegen. Das Gegenteil meines Armageddons.

Ihr denkt: warum macht sie einen solchen Tanz um das Bootfahren?! In jedem Urlaub lässt sich doch ein Boot mieten! Doch nicht, wenn der Boots-Teufel euch verfolgt. Regen, Bootsverleih geschlossen, See eingefroren, das alles verhinderte bislang meine Bootskarriere.

Doch jetzt war es soweit. Ich kletterte auf das Segelboot. Es setzte ab, ich platzierte mich vorne am Bug und ließ mir den Wind ins Gesicht wehen. Reden? Fehlanzeige. Ich genoß und sog alles in mich auf, den Wind, die wechselnde Farbgebung des Sees und die rauschenden Fahrtgeräusche.

Es geht los und ich kann mein Glück kaum fassen
Die Beine kurz über dem Wasser baumeln lassen
Kleine Schwimmtour am Seil...huch...aufs Oberteil aufpassen!
Gemütlich gemacht
Nina im Paradies

Als sich schließlich die Gelegenheit bot, ins angenehm kühle Wasser zu hüpfen, war es vollends um mich geschehen. So klar, so blau, so frisch und so völlig unsalzig…der Glückshormon-Austoß wollte kein Ende nehmen.

Wen kümmert da noch eine schlaflose Nacht? Ich war in meinem Paradies angekommen. Und nun bin ich süchtig. Nicht mehr lange bis zum nächsten Boot. Dann in der Mini-Version. Das Boot und der See.

Wer mehr über Boote auf dem Balaton wissen möchte, einfach hier entlang. Bewegte Bilder der Ungarn-Reise hat übrigens Dietmar Denger in seinem wunderbaren Video festgehalten.


Und wer jetzt Lust auf noch mehr Highlights hat, wie Thermalbäder oder Reit-Touren, der darf gerne auch bei meinen wunderbaren Begleitern mal stöbern:

Angelika von Nomadearth 
Hubert von Travellerblog
Ingo von Reisewahnsinn
Martina von Talk around the World
Nichole von Unterwegs und Daheim
Phil von Killerwal

Auf diese Reise wurde ich vom Ungarischen Tourismusamt eingeladen. Danke an Bernadett und Eva für die wunderbare Begleitung. Meine Meinungen und Herzenssprünge sind davon unbeeinflußt.